„Für das Gehabte gibt es nichts.“

Ja, der DAX war mit satten 30 Prozent sicher einer der Super-Performer im zurückliegenden Jahr. Ganz gegen die Prognosen der meisten Experten konnte der deutsche Leitindex mächtig zulegen. Und ganz diesem Gute-Laune-Trend folgend, sehen einige Glaskugelbesitzer die Märkte trotz aller ungelösten Krisen weiter auf Rekordkurs.

Obgleich so manche kritische Marktteilnehmer an solchen Vorhersagen zweifeln und sie nicht für sonderlich sinnvoll halten, erfreuen sie sich noch immer alljährlich großer Beliebtheit.

Foto von Lars BrandauEines jedoch darf trotz der bemerkenswerten Steigerung an den Märkten nicht vergessen werden: Die Umsätze an den Börsen in Stuttgart oder auch in Frankfurt deuteten zuletzt nicht darauf hin, dass diese Gewinne auch bei den Privatanlegern angekommen sind. Viele Kleininvestoren haben in den zurückliegenden zwölf Monaten eher auf sehr konservative Investments, wie Immobilien oder Gold gesetzt. Grund hierfür, war das Ziel des Kapitalerhalts und weniger, um eine überdurchschnittliche Performance zu erzielen.

Vielleicht geht die Zertifikate-Branche auch deshalb verhalten optimistisch in dieses neue Jahr. Die Klassiker unter den Produkten werden nach mehrheitlicher Auffassung weiterhin das Angebot bestimmen. Trotz der gut gelaufenen Aktienmärkte geht eine Mehrheit der Emittenten davon aus, dass Anleger weiterhin vornehmlich strukturierte Anleihen und Kapitalschutz-Zertifikate kaufen werden. Übrigens glaubt keiner der 21 befragten Emittenten, die an der jährlichen Befragung des DDV mitgemacht haben, dass Rohstoffe oder Währungen zu den beliebtesten Basiswerten zählen werden.
In jedem Fall haben sich die Emittenten auf eine weitere Verschärfung des Wettbewerbs eingestellt. Nach Angaben von 86 Prozent der Emittenten wird der Druck größer. 43 Prozent der Befragten sehen eine starke Konzentration des Wettbewerbs bei Serviceleistungen. Ein weiteres Drittel glaubt, dass der Druck auf die Preise weiter zunehmen dürfte. Von der Produktqualität als bestimmenden Faktor geht ein Viertel der Emittenten aus.
Darüber hinaus bleiben alle Marktteilnehmer mit den immer schneller getakteten regulatorischen Vorgaben aus Berlin, Brüssel und Paris beschäftigt. Auch das sorgt für erheblichen zusätzlichen internen Kostendruck.
Bleibt im Interesse der privaten Investoren zu hoffen, dass sie in 2013 die richtigen Anlageentscheidungen treffen mögen.

Die Argumente für Zertifikate waren selten besser als heute. Nun gilt es, dass eben jene Argumente von den Anlegern auch verstanden und entsprechend umgesetzt werden.

 

(c) Lars Brandau, Deutscher Derivate Verband e.V.

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