robert halver portrait boerse

Robert Halver von der Baader Bank analysiert die Aktienmärkte und meint: Der Bärenmarkt verliert an Kraft. Viele Anleger stürzen sich auf Aktien, denn die Dividende gilt als bessere Rendite zu den niedrigen Zinsen für andere Finanzinstrumente. Aber wie geht es weiter im Aktienmarkt?

Grundsätzlich sind die Aktienmärkte überverkauft. Gemäß des von der BNP Paribas veröffentlichten Love-Panic Market Timing Indikators für den US-Aktienmarkt – er liefert Anhaltspunkte für Aktienkäufe, sobald der Index ab der Schwelle von minus 20 in den Panic-Bereich fällt und für Verkäufe bei einem Überschreiten der Schwelle von 20 in den Love-Bereich – ist auf Sicht der nächsten sechs Monate wieder mit steigenden Kursen zu rechnen.

Ohnehin gibt es aufgrund des renditeschwachen Zinsvermögens keine Alternative zu Aktien, was ein Vergleich der Dividendenrenditen von DAX bzw. Euro Stoxx 50 von rund 3,5 bzw. 4 Prozent mit der Negativrendite 5-Jähriger deutscher Staatsanleihen, die sogar unter Tagesgeld-Niveau liegt, verdeutlicht.

Ein Blick auf Chinas Planwirtschaft in Bezug auf die Aktienmärkte

Chinas vermeintlich schwache Konjunktur wäre niemals so in den Anlegerfokus gerückt und hätte niemals die Stimmung an den Weltaktienmärkten so gedrückt, wenn Chinas Notenbank den Aktienmarkt seit Jahresanfang vor dem Kollaps bewahrt hätte. So hat man aber unnötigerweise schlafende Hunde geweckt und überskeptische Fragen zur chinesischen Wirtschaft mit Streueffekten weltweit zugelassen. Und dabei ist der chinesische Aktienmarkt nicht mehr als ein Spielcasino, dass die Wirtschaftsstärke Chinas definitiv nicht abbildet. Wird jedoch die Stimmung der Aktionäre Chinas lange genug geschädigt, darf man sich über Kollateralschäden für eine an sich stabile realwirtschaftliche Situation nicht wundern. Wenn sich die KP Chinas mit Planwirtschaft auskennt, muss sie diese jetzt auch bei der Stabilisierung des chinesischen Aktienmarkts praktizieren. Dann beruhigen sich auch die konjunkturellen Gemüter wieder. An dieser künstlichen Befruchtung der westlichen Art kommt selbst China nicht mehr vorbei.

Tatsächlich hat die People’s Bank of China gegenüber den westlichen Notenbanken noch deutliches Nachholpotenzial, um nicht nur qualitativ über Zinssenkungen, sondern insbesondere quantitativ über eine Liquiditätsoffensive Chinas Finanzmärkte und damit Konjunktur zu stabilisieren.

Charttechnik DAX und Euro Stoxx 50 – Die Bewährungsprobe

Charttechnisch liegen im DAX auf der Oberseite erste Widerstände bei 9.563, in der Kurslücke zwischen 9.884 und 9.929 und darüber in der Zone zwischen 10.087 und 10.123 Punkten. Darüber warten weitere Barrieren bei 10.208, 10.253 und 10.486 Punkten. Unterstützungen findet der DAX dagegen im Bereich zwischen 9.325 und 9.314 sowie schließlich bei 8.719 Punkten.

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Quelle: Deutsche Börse AG. Stand: 09.02.2016

Der Euro Stoxx 50 trifft bei 2.950, am kurzfristigen Abwärtstrend bei aktuell 3.043 Punkten und darüber bei 3.137 sowie 3.200 Punkten auf Widerstand. Auf der Unterseite liegen Unterstützungen bei 2.850 und 2.550 Punkten.

 

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