Autor: Paul Misar

Jeder der einen Hund hat, nennt ihn Bello oder Hasso. Fast jeder – bis auf meinen Speaker- und Buchautorkollegen Bodo Schäfer, dessen Hund Money gerufen wird. Es hört sich besonders lustig an, wenn Bodo auf der Straße ruft: „Money, wo steckst du schon wieder, komm zu mir!“  So viel zu Bodo dem Moneycoach.

Als Europas 1. Lifedesigner durfte ich dem Moneycoach in nichts nachstehen. Es war mir klar, auch ich muss für meinen Hund einen besonderen Namen finden. Viele von ihnen wissen: ich bin Experte dafür, Menschen zu helfen, ihr Leben zu designen und zu branden, komme aber ursprünglich vom Marketing und bin daher auch spezialisiert auf  die Findung des persönlichen USP.

Auf gut deutsch – ich habe gelernt, dass du anders anders sein musst als alle anderen, wenn du erfolgreich sein willst und möchtest, dass du nach außen wahrgenommen wirst. Soweit klar, oder?

Zweite Frage: Was alles gehört zu einem designtem Leben ganz oben in der Werteskala (wenigstens bei mir und möglicherweise bei dir auch ;-))?  –  Genau, die Sache mit der Liebe und Erotik.

Was hab ich daher getan? Um einen nicht so alltäglichen Namen für meinen Hund zu haben, habe ich ihn damals „Sex“ genannt – es war ein Fehler, wie sich später herausstellen sollte…

Dog with red rose

Als ich zum Stadtamt ging, um meinen kleinen Freund (Anmerkung: ich spreche noch immer über meinen lieben Hund) nach einem Umzug bei der Hundesteuer anzumelden, sagte ich dem Beamten, dass ich meine Steuern für Sex bezahlen wollte. Er meinte, dafür gäbe es noch keine Steuer.

„Aber es ist für einen Hund“, antwortete ich. Er meinte nur, Beischlaf mit Tieren sei zwar verboten, aber eine Steuer gäbe es trotzdem nicht.

„Sie verstehen mich nicht“, sagte ich. „Ich habe Sex, seit ich 9 Jahre alt bin.“

Etwas frühreif, meinte er nur. Dann warf er mich raus. 

Eines Abends ging ich mit Sex im Park spazieren und er lief mir weg. Ich habe meinen Hund die ganze Nacht gesucht. Ich versuchte auf einer Parkbank ein Nickerchen zu machen in der Hoffnung, dass Sex zu mir kommt. Ich konnte überhaupt nicht einschlafen, weil ich dauernd nur an Sex denken musste. Da kam ein Polizeiwagen angefahren und die Polizisten fragt mich, was ich denn morgens um 4 Uhr im Park mache. Ich antwortete der Wahrheit entsprechend: „Ich suche Sex.“ … meine Gerichtsverhandlung fand am darauf folgenden Mittwoch statt.

Eines Tages ging ich mit Sex zu einer Hundeausstellung. Jemand fragte mich, was ich hier wolle, und ich sagte ihm, dass ich vorhatte, Sex in die Ausstellung zu bringen. Darauf meinte er, ich sollte vielleicht meine eigenen Eintrittskarten drucken und verkaufen. Als ich ihn fragte, ob die Ausstellung im Fernsehen übertragen würde, nannte er mich pervers.

Einmal was Sex krank und ich musste ihn beim Tierarzt lassen. Am nächsten Tag wollte ich ihn abholen. „Ich komme wegen meinem Hund“, sagte ich. „Welcher ist es denn?“, fragte mich die Frau beim Tierarzt, während sie in der Kartei blätterte. „Hasso oder Bello?“ „Wie wäre es mit Sex?“, fragte ich und bekam eine Ohrfeige, die heute noch schallt, wenn ich daran denke.

Während der Scheidung stritten meine damals noch zukünftige Ex-Frau (haben sie’s?) und ich um das Sorgerecht für Sex.
Ich sagte: „Euer Ehren, ich hatte Sex schon vor der Heirat.“
Der Richter antwortete: „Ich auch.“
„Aber meine Frau versucht mir Sex wegzunehmen!“, beschwerte ich mich.
Er meinte nur: “ Das ist das, was bei allen Scheidungen passiert.“
So, ich wurde also ins Gefängnis geworfen, heiratete, lies mich wieder scheiden und hatte auch sonst mit dem Hund mehr Ärger, als ich es mir je hätte vorstellen können… 

Dies ist der Grund, warum ich letztendlich beim Psychiater gelandet bin.
Er fragte mich: „Was ist denn ihr Problem?“
Ich antwortete: „Sex hat mich und mein Leben verlassen. Es ist, als ob ich mein besten Freund verloren hätte, und ich fühle mich so allein.“
Der Psychiater antwortete: „Schauen Sie, mein Herr, Sie und ich wissen, dass Sex nicht der beste Freund eines Mannes. Also… kaufen Sie sich einen Hund…“

 

Soviel zum Thema Hund, für den Fall, dass es mit den Mädels derzeit nicht so klappt. Wenigstens bin ich jetzt glücklich, weil ich erstmals in meinem Leben ungestraft über Sex schreiben darf – in meiner Gastkolumne im Penthouse.

(c) Paul Misar / Erschienen in der Penthouse Ausgabe 5/2012 — Foto: © javier brosch – Fotolia.com

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