Viele Börsenexperten raten Anlegern zur Investition in Aktien. Ob direkt oder über Aktienfonds. Dass sich mit Aktien aus deutschen Börsenwerten wie dem DAX gut Renditen erwirtschaften lassen, zeigen die aktuellen Zahlen der Dividenden. Ein Marktkommentar von Robert Halver, Kapitalmarktexperte der Baader Bank.

Vor dem Hintergrund des volkswirtschaftlichen Hinterherlaufens der Eurozone gegenüber den USA stellt sich die Frage, warum Aktien der Eurozone seit Ende Februar eine Outperformance gegenüber US-Aktien zeigen.

Auch ist zu hinterfragen, warum sich der Aktienmarkt der Eurozone und auch der Deutschlands so massiv von der volkswirtschaftlichen Wirtschaftsleistung abgekoppelt, ja abgehoben haben (siehe Grafik 1).

Natürlich spielt die üppige Geldpolitik eine Rolle, die wegen des Ausfalls der Alternativanlageklasse Zinsvermögen weiterhin einen Anlagenotstand produziert, der sich auch im Aktienmarkt Befriedigung verschafft.

 

robert halver aktienkurse wirtschaftsleistung
(Grafik 1)

 

Es gibt aber noch einen anderen Grund: Die europäischen bzw. deutschen Unternehmen sind weltweit breit aufgestellt. Investitionen finden dort statt, wo sie die höchsten Renditen erwarten. Auf makroökonomisch angeschlagene Standorte in Europa sind sie nicht angewiesen. Wenn sie mehr in Amerika investieren, werden sie auch von der erfolgreichen Einführung der Trumponomics ökonomischen Nutzen ziehen können. Da sie aber ihren Hauptsitz in Europa oder Deutschland haben, kommen ihre Heimataktienindices dennoch in den Genuss ihres mikroökonomischen Erfolgs, auch wenn die heimatlichen Wirtschaftsstandorte zu wünschen übrig lassen.

 

Deutsche Aktien schütten hohe Dividenden aus

 

Ein weiteres mikroökonomisches Argument für deutsche Aktien ist die anstehende Dividendensaison. So haben 23 aller im deutschen Leitindex gelisteten Unternehmen ihre Ausschüttungssumme erhöht. Insgesamt werden knapp neun Prozent mehr und mit 31,8 Mrd. Euro die höchste Dividendensumme der DAX-Konzerne aller Zeiten ausgeschüttet, die im Übrigen nicht aus der Unternehmenssubstanz, sondern aus erwirtschafteten Gewinnen gezahlt wird. Bei deutschen Einzelaktien lassen sich Dividendenrenditen von bis zu 4,8 Prozent erzielen. Überhaupt, dividendenstarke Aktien bieten ein ordentliches Risikopolster gegen Kursschwankungen.

 

robert halver dividenden ausschüttungen im dax

 

Charttechnik DAX & Euro Stoxx 50 – Vor neuen Bewährungsproben

 

Aus charttechnischer Sicht kommt es zu einer Korrektur im DAX, wenn die Unterstützung bei 12.010 Punkten unterschritten wird. Darunter geben dann die kurzfristig wichtigen Marken bei 11.920 und 11.821 Halt. Setzt der Index seinen intakten langfristigen Aufwärtstrend fort, stößt er bei 12.083 auf einen ersten Widerstand. Wird dieser durchbrochen, liegen die nächsten Hürden bei 12.219 und darüber am Allzeithoch bei 12.391 Punkten.

Im Euro Stoxx 50 liegen die ersten wichtigen Unterstützungen bei 3.395 und knapp darunter bei 3.345 Punkten. Werden diese unterhandelt, liegt die nächste Haltelinie bei 3.129. Wird auf dem Weg nach oben der Widerstand bei 3.492 Punkten durchbrochen, treten die nächsten Barrieren bei 3.537 und schließlich 3.598 in den Vordergrund.

(Quelle: Robert Halver, Baader Bank)

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