robert halver interviewCharttechnisch findet der DAX am mittelfristigen Abwärtstrend bei 10.355 Punkten eine erste Unterstützung. Darunter warten weitere Auffanglinien im Bereich zwischen 10.123 und 10.077, bei 10.008 und 9.820.

Werden die Marken durchbrochen, folgen weitere Haltelinien bei 8.500 und 8.100. Sollte eine Erholung starten, warten die ersten Widerstände bei 10.540 und 10.635 Punkten. Darüber verläuft eine Barriere zwischen 10.743 und 10.802 Punkten.

Im Euro Stoxx 50 liegt eine erste Unterstützung bei 2.950 Punkten. Wird diese deutlich unterschritten, drohen weitere Kursverluste bis zur nächsten nennenswerten Auffanglinie bei 2.670 und im Bereich zwischen 2.550 und 2.500 Punkten. Darunter gibt der seit 2009 bestehende Aufwärtstrend bei 2.320 Halt. Zur Entspannung kommt es, wenn der Widerstand bei 3.001 (200-Tage-Linie) und 3.043 Punkten überwunden wird. Darüber warten die nächsten Barrieren bei 3.062 und 3.206.

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Börse – Aktuelle Marktlage und Anlegerstimmung

 

Dem Chemie- und Agrarkonzern Bayer gelingt offenbar die Übernahme von Monsanto. Diese Verbindung ist keine im Himmel geschlossene Liebesbeziehung – so wurde einst die Verbindung Daimler und Chrysler verkauft – sondern eine eindeutige Vernunftehe, die verhindern soll, dass Bayer in einer immer globaleren und konzentrierteren Branche den Anschluss an die Konkurrenz verliert.

Der Beginn einer leidenschaftlichen Übernahme- und Fusionswelle ist damit jedoch nicht verbunden. Denn politische Unsicherheiten und sogar Auflösungserscheinungen in der EU, die zukünftiges Geschäftspotenzial noch schwerer einschätzbar machen, wirken dem M&A-Geschäft entgegen.

Würde die Fed jetzt tatsächlich zinspolitisch restriktiv, erschwerten sich sogar die bislang so hochattraktiven Übernahme- und Fusionsbedingungen. Aktienunternehmen, die dann an Kurswert verlieren, hätte das übernehmende Unternehmen zu teuer bezahlt. Auch die verteuerte Kreditaufnahme käme als Handicap hinzu.

Überhaupt, der Protektionismus, der im US-Präsidentschaftswahlkampf auch auf demokratischer Seite eine immer größere Rolle spielt, hat das Freihandelsabkommen TTIP mittlerweile in den Bereich der Utopie gerückt. Warum sollte man sich jetzt auf mikroökonomischer Basis das Risiko von grenz-, sogar Kontinent überschreitenden Verbindungen antun? Grundsätzlich wird man das Ergebnis der US-Wahl im November und den weiteren geldpolitischen Weg der Fed abwarten.

Markante Bremsspuren im monatlichen Volumen an globalen Übernahmen und Fusionen sind bereits erkennbar, das sich von seinem Hoch im November 2015 aktuell mehr als halbiert hat. Vorerst ist die Übernahme- und Fusionsphantasie als Aktientreiber nur schwach ausgeprägt.

 

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Der Wochenausblick für die KW 38 – Die Fed hält zinspolitisch weiter still

 

In Japan unterstreichen erneut schwache Exportzahlen und ein verhaltener Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe die schwache wirtschaftliche Lage. Der Druck auf die Bank of Japan, auf der anstehenden Sitzung für geldpolitische Klarheit zu sorgen und weitere Liquiditätsmaßnahmen zur Finanzierung einer infrastrukturellen Offensive zu ergreifen, wächst.

In den USA setzt der Immobilienmarkt seine verhaltene Erholung in Form nur leicht anziehender Baubeginne und -genehmigungen fort. Auch der im August stagnierende Index der Frühindikatoren deutet auf keine robuste Konjunktursituation hin.

In der Eurozone zeugt der erneut schwächere Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe von einer angespannten Konjunkturstimmung. Dem gegenüber ist Deutschland zwar der Einäugige unter den Blinden. Eine wirklich robuste deutsche Konjunktur sieht jedoch anders aus.

Insofern wird die Fed die Leitzinsen auf ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung am 20./21. September nicht erhöhen. Der Fokus der Anleger gilt den Konjunkturprojektionen der US-Notenbank und ihrer Pressekonferenz, die auf die zukünftige Zinspolitik abgeklopft werden.

 

 

 

 

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